Die Top 10 der schönsten Sehenswürdigkeiten in der Provinz Sichuan

Eine Reisen in die chinesische Provinz Sichuan ist schon allein durch die Weite Sichuans unübersichtlich zu planen. Wir helfen, mit unserer Bestenliste der 10 schönsten Sehenswürdigkeiten.

  1. Chengdu Panda Reservat

    Ungefähr 15km nordöstlich von Chengdu, Hauptstadt von Sichuan, wohnt der wohl berühmteste Bewohner der Sichuan Provinz – der Grosse Panda Bär. Die Panda Aufzuchtstation bei Chengdu wurde 1993 in Zusammenarbeit mit dem WWF gegründet. Die grosszügig angelegte Anlage gibt dem Besucher die Gelegenheit, diese niedlichen Kreaturen aus der Nähe zu beobachten. Vom Haupteingang aus geht man am besten erst einmal zu Fuss (ca. 15 Minuten) oder mit dem Elektrowagen zum Moon Nursery House wo man den jüngsten Sprösslingen der Panda Familie beim Spielen zuschauen kann. Idealerweise besucht man die Panda Aufzuchtstation von Chengdu am frühen Morgen, wenn die Panda Bären ihr Frühstück bekommen und deshalb besonders aktiv sind. Um diese Zeit gibt es auch weniger Besucher. Ein Teil von der Panda Zuchtstation von Chengdu ist für den «Roten Panda» (auch «kleiner Panda») reserviert. Der dämmerungsaktive Rote Panda ist ein Kletterkünstler und verbringt den Tag meistens schlafend auf den Bäumen.

  2. Jiu Zhai Gou (Jiuzhaigou) und Huang Long (Huanglong) Nationalparks

    Zweifellos zählen die beiden Nationalparks Huanglong und Jiuzhaigou zu den schönsten, aber auch meistbesuchten Nationalparks von China. Sowohl für Huanglong als auch Jiuzhaigou ist der beste Ausgangspunkt die Stadt Songpan. Die auf 2900m gelegene Stadt Songpan hat einen Flughafen mit direkten Flügen nach Chongqing und Chengdu. In der Hauptsaison gibt es nach Songpan auch Flüge aus anderen Städten Chinas.
    Der Jiuzhaigou Nationalpark befindet sich ca. 150km oder 3 Fahrstunden nordöstlich von Songpan. Der Jiu Zhai Gou Nationalpark dehnt sich über drei Täler aus und hat eine Grösse von insgesamt 72’000km2, was ungefähr zweimal der Fläche von Belgien entspricht. Da im Jiu Zhai Gou Nationalpark keine privaten Fahrzeuge zugelassen werden gibt es moderne öffentliche Busse, welche in regelmässigen Abständen im Park verkehren. Zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten gibt es zudem einfache Wanderwege, wo man den lauten chinesischen Reisegruppen gut entfliehen kann.
    Der Eintrittspreis mit Bus für einen Tag beträgt stolze 300 Yuan (30 Euro) pro Person.
    Der etwas beschaulichere Huanglong Nationalpark befindet sich am Fusse des Baoding Berges auf ca. 3550m über Meer. Huanglong heisst wörtlich übersetzt «Gelber Drache». Bekannt ist der Huanglong Nationalpark vor allem wegen den weissen Sinterterrassen mit den verschiedenfarbigen Pools. Diese Sinterterrassen entstanden über 250000 Jahren durch Kalkablagerungen aus dem Wasser, welches konstant über die Terrassen fliesst.
    Sowohl der Jiuzhaigou Nationalpark als auch der Huanglong Nationalpark stehen seit 1992 unter dem Schutz der UNESCO.

  3. Zigong / Das Dorf Xianshi

    Das Dorf Xianshi ist unser Geheimtipp für Sichuan. Das idyllische Dorf Xianshi befindet sich 15km östlich vom Zigong am Ufer des Fuxi Flusses und hat eine ca. 1400-jährige Geschichte in der Salzgewinnung. Speziell während der der Qing Dynastie (1644-1911) entwickelte sich das Dorf Xianshi zu einer wichtigen Handels- und Hafenstadt, wo das abgebaute Salz gewogen, gereinigt, gehandelt und schliesslich auf die Schiffe verladen wurde. Via Nebenflüsse gelangte das Salz auf den Yangtse Fluss und von dort weiter bis nach Shanghai. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt von Xianshi mit seinen zahlreichen pompösen Zunfthäusern kann man den Reichtum und Einfluss der Salzhändler von damals nach wie vor erahnen.

    Die Stadt Zigong blickt ebenfalls auf eine lange Geschichte in der Salzgewinnung zurück. Zum ersten Mal erwähnt werden die Salzbrunnen von Zigong in der Östlichen Han Dynastie (25-220), als für Kaiser Zhangdi die ersten Salzbrunnen bei Zigong gebohrt wurden.
    Ein Besuch wert ist der Shenhai Salzbrunnen, wo auch heute noch Salz nach alter Methode wie vor 100 Jahren gewonnen wird. Im Jahre 1835 erreichte der Shenhai Salzbrunnen, als erster Schacht überhaupt, die beachtliche Tiefe von über 1000 Meter, was für die damalige Zeit eine ausserordentliche Errungenschaft war. Das nahegelegene Salzmuseum von Zigong, untergebracht in einem wunderbaren Zunfthaus, gibt einen guten Einblick in die Geschichte der Salzgewinnung in der Region. Zigong hat ebenfalls eines sehr spannendes und aufschlussreiches Dinosaurier Museum. Ebenfalls erwähnenswert ist das farbenprächtige Laternen-Fest von Zigong, welches jedes Jahr im Frühling stattfindet.

  4. Yading Nationalpark, Sichuan

    Auf dem Tibetischen Hochland von West-Sichuan befindet sich mit dem Yading Nationalpark ein besonderes landschaftliches Juwel. Der Yading Nationalpark im Südwesten der Sichuan Provinz erstreckt sich über eine Fläche von ca. 1300km2 und begeistert mit kristallklaren Bergseen, Tibetischen Klöster und einer imposanten Bergkulisse. Die schneebedeckten Gipfel der heiligen 3 Berge Chenresig, Chana Dorje sowie Rigsum Gonpo ragen über 6000 Meter in den dunkelblauen Tibetischen Himmel. Ausgangspunkt für den Yading Nationalpark ist das Dorf Riwa. Riwa erreicht man in ca. 6 Fahrstunden von Litang oder in 7 Stunden von Zhongdian in der Yunnan Provinz. In Riwa befinden sich zahlreiche, qualitativ gute Hotels. Besser ist es allerdings im Dorf Yading selbst zu übernachten, wo es auch ein paar qualitativ gute Unterkünfte gibt. Beim Parkeingang bei Riwa geht die Fahrt weiter in einem obligatorischen Park-Bus, welcher in ca. 1.5 Stunden das Dorf Yading erreicht. Das Dorf Yading eignet sich hervorragend für kürzere oder längere Wanderungen in der Umgebung. Für hartgesottene Trekking- und Outdoor Freunde gibt es eine 7-9 tägige Trekking Route entlang einem Pilgerweg einmal rund um den Yading Nationalpark.

  5. Tagong (Lhagang)

    Die tibetische Stadt Tagong befindet sich im Tibetischen Hochland von West Sichuan im Südwesten Chinas. Auf Tibetisch heisst die Stadt Lhagang, was soviel bedeutet wie «der bevorzugte Ort Boddhisattwas» . Tagong, oder eben Lhagang, liegt auf 3‘700m, inmitten der scheinbar unendlichen Grassteppe des tibetischen Hochlandes und ist eingebettet in eine sanfte, im Winter mit Schnee bedeckten Hügellandschaft. Im Zentrum von Tagong befindet sich das sehenswerte Tagong Kloster, welches zur Sekte der Nyingmapa («Rotmützen») gehört. Die Gründung vom Tagong Kloster geht zurück in das 7. Jahrhundert, das heutige Tagong Kloster stammt jedoch aus der späten Qing Dynastie. Von einem der umliegenden Hügel hat man einen schönen Überblick über die Stadt und die Umgebung. Tagong bietet eine Anzahl einfacher Hotels. Eine qualitativ bessere Unterkunft findet man im 30km entfernten Dorf Xinduqiao. Eine gute Möglichkeit um einen Einblick in das Leben der Tibetischen Nomaden zu bekommen ist während einer ein- oder mehrtägigen Wanderung oder während eines Pferdetrecks durch das tibetische Grasland von West Sichuan. Fragen Sie uns nach den Details.

  6. Die buddhistischen Dazu Grotten

    Definitiv auf die Top 10 Liste der Sichuan Provinz gehören die buddhistischen Steinarbeiten von Dazu. Die Dazu Grotten befinden sich ca. 250km südöstlich von Chengdu oder ca. 100km westlich von Chongqing.
    Die aussergewöhnliche Ansammlung von Steinskulpturen von Dazu entstand zwischen dem 9. und dem 13. Jahrhundert, als sich der Buddhismus über die Seidenstrasse aus Indien kommend in der Region auszubreiten begann. Die Dazu Grotten beinhalten über 10’000 Figuren, welche alle aus dem blanken Fels herausgemeisselt wurden. Die Steinarbeiten von Dazu sind verteilt auf die vier Orte Beishan, Baodingshan, Nanshan und Shizhuanshan. Besonders Lohnenswert ist der Besuch von Baodingshan und Beishan, wo die Steinskulpturen am eindruckvollsten und am besten erhalten geblieben sind. 1999 wurden die Steinskulpturen von Dazu auf die Liste der UNESCO Weltkulturerben aufgenommen. Mit dem neuen Hochgeschwindigkeitszug erreicht man Dazu in etwas weniger als einer Stunde ab Chengdu.

  7. Historischer Dampfzug von Jiayang

    Für Eisenbahn-Fans gehört die historische Dampf-Eisenbahn von Jiayang auf die Top 10 Liste der Sichuan Provinz. 1938 wurde für den Abtransport der Kohle aus der Jiayang Mine eine 60cm Schmalspurbahn nach Mamiao gebaut. Ab Mamiao wurde die Kohle dann über den Mabian Fluss und den Min Fluss abtransportiert. 1959 wurde eine neue Strecke von Huangcunjing nach Shixi eröffnet. Damit ersparte man sich den Umweg über den Mabian Fluss und die Kohle konnte direkt auf die grösseren Schiffe auf dem Min Fluss transportiert werden. 1960 wurde die Spurweite auf 76,2 cm erweitert. Die 20km lange Strecke diente anfangs nur dem Kohletransport, bevor mit der Erweiterung der Spurweite später auch Personenwagons an die Züge angehängt wurden. Mitte der 70er Jahre wurde ein regulärer Personenverkehr auf der Schmalspurbahn zwischen Shixi und Huangcunjing eingeführt. Seit Mai 2010 stehen die Jiayang Schmalspurbahn und die Mine in Huangcunjing unter nationalem Denkmalschutz. Ausgangspunkt der Zugfahrt mit dem Dampfzug von Jiayang ist die Stadt Shixi. Von hier aus geht die gemächliche Zugfahrt durch pittoreske Landschaft nach Huangcunjing. Es verkehren 3 Reguläre Züge pro Tag ab Bahnhof Shixi sowie 2 Touristenzüge ab dem Bahnhof von Yuejin. Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde. Fragen Sie uns. Wir organisieren Ihnen gerne die Anreise.

  8. Der Emei Berg / Emei Shan

    Der Emei Berg befindet sich ca. 150km südwestlich von Chengdu, der Hauptstadt der Sichuan Provinz. Seit dem 6. Jahrhundert, zu der Zeit vom «Mittleren Königreich» gehört der Emei Shan zu den vier wichtigsten Buddhistischen Berge Chinas. Den 3077m hohen Gipfel (Jin Ding) vom Emei Berg erreicht man von Baoguo aus per Park-Bus und Gondelbahn. Für Frühaufsteher ist der Sonnenaufgang vom Gipfel ein unvergessliches Erlebnis und ein Höhepunkt eines Besuches vom Emei Berg. Hierzu gibt es auf dem Gipfel einige einfache Unterkünfte für die Übernachtung.
    Wer die Nacht nicht auf dieser Höhe verbringen mag, dem empfiehlt sich das Dorf Baoguo als idealer Ausgangspunkt für die Erkundung vom Emei Berg. Der Emei Berg bietet zahlreiche schöne Wanderungen für jeden Geschmack und Fitnessgrad. Der Zutritt zum Emei Berg (Emei Shan) kostet je nach Saison 100 oder 120 Yuan pro Person. Der Eintritt ist jeweils gültig für 2 Tage oder 2 Eintritte. Seit April 2009 ist der Emei Shan der Partner-Berg der Rigi bei Luzern in der Schweiz.

  9. "Dafo" - Der Grosse Buddha von Leshan

    benfalls auf die Liste der Top 10 Höhepunkte der Sichuan Provinz schafft es der kolossale Grosse Buddha von Leshan. Dieser überdimensionierte, über 1200 Jahre alte, sitzende Buddha thront über dem Zusammenfluss der beiden Flüsse Min und Dadu. Mit 71m Höhe und 28m Breite ist der «Dafo», so der chinesische Name, der grösste Buddha der Welt. Die Arbeiten für den Grossen Buddha von Leshan begannen 713 n. Chr. durch den Mönch Haitong. Hai Tong ging davon aus, dass er durch den Bau vom Grossen Buddha die Flussgötter besänftigten könnte, und dass dadurch die Passage für Schiffe auf den hier zusammenlaufenden Flüssen Min, Dadu und Qingyi sicherer würde. Finanzielle Engpässe und politische Unruhen verzögerten den Bau. Der Mönch Haitong erlebte die Fertigstellung vom Grossen Buddha von Leshan nicht mehr. Die Fertigstellung seines Lebenswerks erfolgte erst im Jahre 803, also fast 40 Jahre nach seinem Tod.
    Die beste Sicht auf den Grossen Buddha von Leshan hat man während einer kurzen Bootsfahrt auf dem Dadu Fluss. Ganz besonders zu Geltung kommt die Dimension vom «Dafo», wenn man entlang einer Treppe zu den Füssen hinabsteigt. Es wird gesagt, dass allein auf dem grossen Zeh vom grossen Buddha von Leshan ein Tisch mit 4 Personen problemlos Platz finden würde. Ab Chengdu erreicht man den Grossen Buddha von Leshan in 1.5 Fahrstunden. Oder mit der Eisenbahn ab Chengdu bis Leshan Bahnhof und dann mit dem Taxi bis zum Grossen Buddha.

  10. Sichuan Oper

    Ein kulturelles Erlebnis einer ganz besonderen Art ist der Besuch einer Sichuan Oper in Chengdu. Eine Sichuan Oper ist eine Mischung aus Gesang, Musik, Akrobatik, Puppenspiel und Maskentanz. Die Ursprünge dieser äusserst unterhaltsamen Darbietung reichen zurück bis ins 3. Jahrhundert, gewann in Sichuan aber erst während der Ming Periode an Bekanntheit. Der Unterschied zur Peking Oper liegt zum einen an der Themenauswahl und zum anderen an der Sprache. Die Sichuan Oper wird ausschliesslich im lokalen Dialekt von Chengdu aufgeführt. Typische für die Sichuan Oper ist auch, dass der Gesang nicht instrumental begleitet wird. Einzig Klapper (Kuaiban), Gong und Trommel geben dem Sänger den Rhythmus vor. Erst die Opern, welche ab 1954 geschrieben wurden, haben auch instrumentale Begleitung. Heute sieht man beide Formen. Ein ganz besonderes Schauspiel bei der Sichuan Oper ist der «Gesichtswechsel». Innerhalb von 20 Sekunden wechselt der Schauspieler seine Gesichtsmaske bis zu 10 Mal, ohne dass der Zuschauer überhaupt etwas merkt. In der Vergangenheit war die Technik des «Gesichtswechseln» ein streng gehütetes Geheimnis, das nur innerhalb der Familien weitergegeben wurde.